Im Juli 1958 erschien mit Action Comics Nr. 242 ein Heft, das Supermans Rogues Gallery um einen ihrer berühmtesten Namen erweiterte: Brainiac. Geschaffen von Autor Otto Binder und Zeichner Al Plastino – demselben Team, das ein Jahr später Supergirl einführen sollte –, war Brainiac von Anfang an als kühler Gegenentwurf zu Supermans Menschlichkeit angelegt.
Der Sammler der Welten
Brainiac ist ein außerirdischer Superintellekt mit einem unheimlichen Hobby: Er reist durch das Universum und schrumpft mit einer speziellen Technologie ganze Städte, um sie unter Glas in seiner Sammlung zu konservieren. In seinem Debüt fällt ihm dabei auch eine Stadt auf der Erde zum Opfer – und damit beginnt sein erster großer Konflikt mit Superman.
Die Flaschenstadt Kandor
Eng mit Brainiacs Debüt verbunden ist eines der bedeutendsten Konzepte des Superman-Mythos: die Flaschenstadt Kandor. In nachfolgenden Geschichten wird enthüllt, dass Brainiac bereits vor der Zerstörung Kryptons die kryptonische Hauptstadt Kandor gestohlen und miniaturisiert hatte. Für Superman bedeutet das eine Sensation: Mit Kandor existiert ein letztes, lebendiges Stück seiner Heimatwelt – samt überlebender Kryptonier. Die geschrumpfte Stadt unter Glas wurde zu einem der emotionalsten Symbole der Reihe.
Warum Brainiac bis heute zählt
Wo Lex Luthor für menschliche Hybris steht, verkörpert Brainiac die kalte, körperlose Intelligenz – eine Bedrohung, die sich nicht mit Fäusten allein lösen lässt. Über die Jahrzehnte wurde die Figur immer wieder neu interpretiert: vom grünhäutigen Android mit der charakteristischen Kopfapparatur bis zur kosmischen Naturgewalt moderner Comics. Sein Name ist längst Teil der Popkultur und taucht in Filmen, Serien und Videospielen rund um Superman auf.
Action Comics Nr. 242 ist damit ein weiterer Beleg dafür, wie viele bleibende Figuren in den späten 1950er-Jahren in dieser einen Serie geboren wurden. Eine Einordnung aller wichtigen Hefte bietet unsere Ausgaben-Übersicht; den Ursprung der ganzen Saga finden Sie beim Reprint von Action Comics Nr. 1.